Informieren, Vergleichen & Sparen

Riester-Rente bei Ehepartnern (indirekte Förderungsberechtigung)

Erfüllt einer der Ehepartner die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung im Rahmen der Riester-Rente, kann dessen Ehepartner ebenfalls einen Riestervertrag abschliessen. Er gilt dann als indirekt bzw. „mittelbar förderungsberechtigt“. Das gilt jedoch nicht für Lebensgefährten oder eingetragene Lebenspartner.

Welche Zulagen erhält man? (gültig seit 2008):

  • Jeder der Partner der einen eigenen Riester Vertrag besitzt erhält eine jährliche Grundzulage in Höhe von 154 Euro.
  • Für jedes Kind (für welches in dem entsprechenden Jahr Kindergeld gezahlt wurde) erhält einer der Partner eine jährliche Riesterförderung in Höhe von 300 Euro. Für vor 2008 geborene Kinder beträgt die Zulage 185 Euro.

Wird nicht der volle Mindestbeitrag eingezahlt, wird nur eine entsprechende anteilige Förderung durch den Staat geleistet.

Welcher Partner erhält die Kinderzulage auf seinen Vertrag eingezahlt?

  • Leben beide (Ehe-) Partner dauerhaft getrennt, so erhält die Person die Kinderzulage die auch das Kindergeld erhält.
  • Bei nicht dauerhaft getrennt lebenden Ehegatten wird die Kinderzulage immer auf das Riester Konto der Frau eingezahlt ( § 85 EStG).
  • Es ist möglich die Zulage für ein oder mehrere Kinder auf das Konto des Mannes einzuzahlen. Dies muss gemeinsam beantragt werden und ist für das jeweils bereits abgelaufen Jahr nicht mehr widerrufbar.

Wie hoch ist der Mindestbetrag / Eigenbeitrag wenn beide Partner arbeiten?

  • Um die volle Förderung zu erhalten muss ein gewisser Anteil des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens im Riester Vertrag angespart werden werden.
  • Wenn beide Ehegatten rentenversicherungspflichtig berufstätig sind, dann errechnet sich der Mindestbeitrag beider Partner entsprechend Ihrem Einkommen getrennt.

Zu leisten ist jeweils der Mindestbeitrag (4% des Vorjahreseinkommen) abzüglich der dem jeweiligen Partner zustehenden staatlichen Zulagen (d.h. abzüglich der eigenen Grundzulage und je nach Zuordnung auch der Kinderzulage).

Wie hoch ist der Mindestbeitrag wenn nur ein Partner berufstätig ist?

  • Ist nur ein Ehegatte direkt förderungsberechtigt (der andere Partner z.B. Hausmann oder nicht sozialversicherungspflichtig Selbständig) muss nur der Förderungsberechtigte den Mindestbeitrag abzüglich aller gemeinsamen staatlichen Zulagen einzahlen (Grundzulagen für den Partner und die Kinderzulagen).
  • Der indirekt förderungsberechtigte Ehegatte erhält die Grundzulage und ggf. die Kinderzulage ohne einen Eigenbetrag einzahlen zu müssen.

Achtung: Nicht berufstätige Elternteile die sich im gesetzlichen Erziehungsurlaub (bei Kindern unter 3 Jahren) befinden erwerben staatliche Rentenansprüche und sind daher unmittelbar förderungsberechtigt. Das bedeutet: Die Berechnung des Mindestbeitrags erfolgt getrennt und Sie müssen in diesem Zeitraum mindestens einen „Sockelbeitrag“ von 60 Euro im Jahr als Eigenleistung erbringen um die staatlichen Riester Zulagen zu erhalten.

Weiterer Vorteile: Übertragung der Riester-Rente Ersparnisse auf den Partner

Ein weiterer Vorteil von Ehepartnern ist es, dass im Todesfall eines Partners vor Rentenbeginn der bisherige Ansparbetrag ohne Verlust der staatlichen Förderung auf den überlebenden Partner übertragen werden kann. Auf diese Weise kann dem hinterbliebenen Ehepartner eine finanzielle Absicherung ermöglicht werden. Für den Todesfall eines Ehepartners nach Rentenbeginn ist die Möglichkeit der Übertragung von dem gewählten Riester Produkt und der genauen vertraglichen Gestaltung abhängig.