Informieren, Vergleichen & Sparen

Riester-Rente Kinderzulage: Grundlagen & Höhe der Förderung, Häufige Fragen zum riestern mit Kindern

Baby-und-Mann

Die staatliche Altersvorsorgezulage im Rahmen der Riester-Rente, setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Riester-Rente Grundzulage
  • Riester-Rente Kinderzulage

Die jährliche Grundzulage beträgt (seit 2018) 175 Euro für Ledige bzw. 350 Euro für Ehepaare. Pro Kind werden zusätzlich jährlich 300 Euro Kinderzulage gewährt. Für vor 2008 geborene Kinder zahlt der Staat allerdings nur eine Riester-Zulage von 185 Euro.

Um die volle staatliche Riester-Förderung zu erhalten ist es notwendig (inklusive der als Sparleistung gerechneten Zulagen) mindestens 4 % des sozialversicherungspflichtigen Bruttovorjahreseinkommen in einen Riestervertrag einzuzahlen. Gefördert werden maximal 2100 Euro pro Jahr. Indem man vom diesem Mindestbeitrag die staatlichen Zulagen abzieht, erhält man den tatsächlichen Eigenbeitrag. Es gilt also: Je mehr Kinder man hat, desto geringer ist der zu leistende Eigenbeitrag.

Höhe der Riester Zulagenförderung mit Kindern & Beispiel

JahrGrundzulageGrundzulage für VerheirateteKinderzulage
2004/200576 €152 €92 €
2006/2007114 €228 €138 €
Ab 1.1.2008154 €308 €300 € (185€)
Ab 1.1.2018175€350 €300 € (185€)

BerechnungRiester Beispiel: Ein berufstätiger Mann verdient jährlich 30.000 Euro. Seine Frau ist als Hausfrau tätig. Das Paar hat 2 gemeinsam Kinder. Um die Höchstförderung zu erhalten, müssen jährlich insgesamt 1200 Euro in den Riester-Rente Vertrag einbezahlt werden. Durch die Summe aller Grund- und Kinderzulagen beteiligt sich der Staat jährlich mit 950 Euro. Nur die Differenz zu den 1200€ muss der Mann selbst einzahlen. Die Frau hat einen eigenen Riester-Vertrag und bezahlt die als Mindesteigenbeitrag notwendigen 60€ jährlich. Der Staat übernimmt in diesem Beispiel etwa 75% der Einzahlungen! Nur ca. 25 Euro pro Monat für den Vertrag des Mannes und 5€ pro Monat für den Vertrag der Frau muss das Ehepaar selbst tragen.

Hinweis: Bei einem Riester-Vertrag mit mittelbarer Förderberechtigung über den Ehepartner wie in dem vorhergehenden Beispiel, müssen immer die 60€ Sockelbeitrag geleistet werden. Eine indirekte Förderberechtigung liegt vor, wenn der Ehepartner einen Anspruch auf Riester-Rente Förderung hat, der andere Partner aber nicht.

Bei einer Familie mit vielen Kindern und einem eher niedrigen Einkommen, kann sich auch für den Hauptsparer mit unmittelbarer Riester Förderung ein sehr geringer oder rechnerisch sogar negativer Eigenbeitrag ergeben. Auch in diesem Fall greift der vom Staat festgelegte monatliche „Sockelbeitrag“ von 5 Euro bzw. 60€ jährlich.

Zusätzliche Riester Steuervorteile? Nur in einigen Fällen ergibt sich neben der Riester-Zulagenförderung noch eine zusätzliche Erstattung aufgrund eines steuerlichen Riester-Rente Sonderausgabenabzug im Rahmen der Einkommenssteuer. Das gilt meist für Paare oder Singles ohne Kinder mit einem höheren Einkommen.

Häufige Fragen rund um die Riester-Rente und Kinder

Im Folgenden finden Sie eine umfassende Sammlung von Fragen und Antworten rund um das Thema „Riester und Kinder“.

Welcher Ehepartner erhält die Riester-Rente Kinderzulage?

PaarWelchem Riester-Vertrag die Kinderzulage gutgeschrieben wird, hängt von der genaueren Lebenssituation ab. Dabei gilt: Die Riester-Rente ist eine personenbezogene Rente. Beide Ehepartner müssen einen Vertrag besitzen, damit jeder für seine persönliche Rente vorsorgt (und beide die Grundzulage erhalten). Bei verheirateten Eltern erhält normalerweise, die Frau automatisch die Kinderzulagen gutgeschrieben. Mit beidseitigem Einverständnis lassen sich die Zulagen aber auf das Riester-Konto des Mannes übertragen. Einmal gestellt, kann der Antrag auf Übertragung aber nicht mehr innerhalb des bereits laufenden Jahres widerrufen werden.

Welcher Elternteil erhält die Riester-Rente Kinderzulage, wenn die Eltern unverheiratet oder geschieden sind?

Ist ein Paar unverheiratet, geschieden oder lebt dauerhaft getrennt, erhält derjenige die Kinderzulag der Anspruch auf das Kindergeld hat. Existieren Ansprüche von beiden Elternteilen, dann ist entscheidend wo das Kind lebt. Wechselt dies innerhalb eines Jahres, ist entscheidend wer im entsprechenden Jahr die erste Kindergeldzahlung erhalten hat. Mehr Details hierzu finden Sie auch im Abschnitt Riester-Rente für Paare und Ehegatten.

Riester-Rente Kindererziehungszeit: Was passiert mit dem Riester-Vertrag in der Elternzeit?

FamiliePersonen die sich im Erziehungsurlaub befinden (bis zum 3. Lebensjahr des Kindes) gehören aufgrund Ihrer Rentenversicherungspflicht zum unmittelbar berechtigten Personenkreis. Lag auch bisher eine unmittelbare Riester-Rente Zulagenberechtigung des Sparers vor (z.B. Tätigkeit als sozialversicherungspflichtiger Angestellter) ändert sich nichts weiter. Es gilt weiterhin, dass für die volle staatliche Zulagen 4% des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag eingezahlt werden müssen. Im ersten Jahr müssen die 4% des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens auch geleistet werden, wenn in dem entsprechenden Jahr selbst keine Einnahmen erzielt werden. Selbst eingezahlt werden in den Riester-Rente Vertrag müssen durch den Sparer die 4% des Vorjahreseinkommens abzüglich der staatlichen Zulagen (siehe auch: Riester-Rente Mindesteigenbeitrag). Im zweiten Jahr ist nur der Sockelbeitrag von 60€ zu bezahlen, sofern im ersten Jahr keine beitragspflichten Einnahmen erzielt wurden. Elterngeld und Betreuungsgeld gelten nicht als beitragspflichtige Einnnahmen.

Unabhängig davon ob bisher nur eine mittelbare Förderberechtigung über den Ehegatten vorlag (z.B. indirekt Förderberechtigung als Hausfrau über den Ehegatten), gelten nun im Erziehungsurlaub die Regeln für einen „normalen“ Riester-Rente Sparer. Bestand im vorhergehenden Jahr kein Einkommen, sind jedoch weiterhin nur die 60€ Sockelbeitrag als Mindesteigenbeitrag zu bezahlen. Ansonsten gilt wie üblich, dass 4% des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (abzüglich der staatlichen Zulagen) vom Riester-Sparer in den Riester-Vertrag eingezahlt werden müssen um die volle Zulage zu erhalten.

Lässt sich die Riester-Rente Rentenversicherung an die Kinder vererben?

Kleingedrucktes im VertragEine Riester-Rentenversicherung ist eine Leibrente. Das bedeutet die Rente gilt erst einmal nur für den Sparer selbst. Stirbt der Sparer in der Ansparphase, dann wird das Kapital an die begünstigten Erben ausgezahlt. Überträgt ein hinterbliebener Ehepartner das Riester Guthaben auf einen Riester-Rente Vertrag, darf er die staatlichen Zulagen behalten. Für Kinder als Erben besteht diese Möglichkeit leider nicht. Sie erhalten das angesparte Kapital, müssen aber den Zulagenanteil zurückzahlen.

Stirbt der Sparer in der Auszahlungsphase, dann ist entscheidend was beim Vertragsschluss vereinbart wurde. Besteht laut Vertrag eine Rentengarantiezeit, dann erhalten die Erben die Rentenzahlung für den vereinbarten Mindestzeitraum. Allerdings gilt auch hier, dass nur Ehegatten (oder einegetragene Lebenspartner) auch die Zulagen behalten dürfen. Und auch hier nur wenn Sie das Geld auf einen Riester-Vertrag übertragen.

Wenn möglich sollte daher der Ehegatte mit der Riester-Rente begünstigt werden. Zur Absicherung der Kinder ist allgemein eher zu einer Risikolebensversicherung zu raten.

Wird die Riester-Kinderzulage im Abschlussjahr anteilig gezahlt?

Nein. Wird der notwendige Mindestbeitrag für das laufende Jahr investiert, wird die volle Kinderzulage durch den Staat geleistet. Auch wenn nur einziger Tag im Jahr Anspruch auf Kindergeld bestand.

Gibt es Riester für Kinder? Kann ich einen Vertrag für meine Kinder abschließen?

Nein, Kinder können selbst keinen eigenen Vertrag abschließen. Förderberechtigt sind nur Personen die in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind. Deren Ehegatten besitzen dann eine indirekte Förderberechtigung (mittelbare Zulagenberechtigung) sofern sie nicht selbst direkt förderberechtigt sind.

Was ist eine Riester Kinderzulage? Und was ist die Voraussetzung für eine Riester Kinderzulage?

Als staatliche Förderung erhält jeder der einen Riester-Vertrag besitzt jährlich eine Grundzulage von 175€ vom Staat auf seinen Vertrag eingezahlt. Sofern Sie Eltern sind, erhält einer der Ehepartner für jedes Kind eine jährliche Kinderzulage in Höhe von 300€. Wenn es nicht anders beantragt ist, dann erhält die Frau die Kinderzulagen auf Ihren Vertrag eingezahlt. Sind die Eltern nicht verheiratet, geschieden oder dauheraft getrennt lebend entscheidet sich nach dem Kindergeld auf wessen Vertrag der Staat die Kinderzulagen einzahlt. Die Anträge auf die Riester-Zulagen stellt das Unternehmen bei dem Sie Ihren Riester-Rente Vertrag abschließen mit Ihnen gemeinsam. Seit dem 1.1.2005 erfolgt dies als Dauerzulageantrag was bedeutet, dass der Zulagenantrag nicht mehr jedes Jahr erneut eingereicht werden muss.

In welcher Höhe erfolgt eine Förderung durch die Riester Kinderzulage? Wie hoch sind z.B. die Kinderzulagen bei 3 Kindern?

3 KinderDie Kinderzulage beträgt aktuell 300€. Für Kinder die vor 2008 geboren wurden beträgt die Zulage 185€. Mit 3 Kindern besteht ein jährlicher Anspruch auf eine Kinderzulage in Höhe von 900€. Zusätzlich haben der Riester-Sparer und sein Partner einen Anspruch auf je 175€ pro Jahr. Bei Ehepartnern erhält die Frau die Kinderzulagen sofern nichts anderes vereinbart ist. Die Zulagen für die 3 Kindern können auf Antrag auch auf den Mann übertragen werden oder auf die Partner aufgeteilt werden. Innerhalb eines Jahres kann je Kind immer nur die ungeteilte Zulage auf den anderen Partner übertragen werden.

Riester Kinderzulage: Vor 2008 geborene Kinder

Bei Kindern die vor 2008 geboren wurden, wird eine jährliche Zulage geleistet in Höhe von 185€. Für alle Kinder die ab dem 1.1.2008 geboren sind, wird hingegen eine staatliche Riester-Zulage in Höhe von 300€ geleistet.

Riester Kinderzulage: Steuererklärung, worauf muss ich achten?

Ob die Kinderzulage für die Steuerhöhe eine Rolle spielt hängt vom Einzelfall ab. Macht ein Sparer alle Angaben zur Riester-Rente in der Steuererklärung, dann führt das Finanzamt automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Das Finanzamt prüft wieviele Steuern der Sparer sparen würde, wenn die Riester-Beiträge von der Einkommensteuer befreit wären. Ist diese Summe höher als die erhaltenen Zulagen, dann erhält der Sparer zusätzlich zu den Zulagen diese Differenz im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung erstattet.

Bis zu welchem Alter bekommt man bei Riester eine Kinderzulage?

Der Staat zahlt die Riester-Kinderzulage solange ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Der Zeitraum kann sich daher je Einzelfall unterscheiden. Vereinfacht gilt: Ein Anspruch auf Kindergeld besteht bei allen Kindern bis zum 18 Lebensjahr, bei Kindern die arbeitslos sind bis zum 21 Lebensjahr, bei Kindern in der Ausbildung bis zum 25 Lebensjahr.

Ist die Riester-Rente auch ohne Kinder sinnvoll?

PaarEine Riester-Rente eine Menge Vorteile auch unabhängig davon ob eine Kinderzulage gezahlt wird. Jeder der mit der Riester-Rente spart, erhält im Rahmen der Einkommenssteuererklärung Steuervorteile vom Staat. Die Beiträge (abzüglich der Zulagen) werden bis zu einer Höhe von 2100€ pro Jahr von der auf die Beiträge geleisteten Einkommensteuer befreit.

Gerade für Gutverdiener mit einem Steuersatz von 40% und höher, lassen sich lohnende Steuerrückzahlungen erreichen. Die Riester-Rente Beiträge sind steuerlich zudem ein separater Posten neben den sonstige Altersvorsorgeaufwänden und ermöglichen so eine zusätzliche staatlich geförderte Vorsorge auch neben z.B. einer betrieblichen Altersvorsorge. Zudem existieren einige weitere Vorteile, wie die nicht Pfändbarkeit der Riester-Rente in der Sparphase oder die Möglichkeit das Guthaben für den Bau oder Erwerb einer selbstgenutzen Immobilie zu verwendet. Informieren Sie sich hier zu den: Vorteilen der Riester-Rente und der steuerlichen Förderung der Riester-Rente oder stellen Sie eine Anfrage und lassen Sie sich persönlich von einem Experten beraten: